Geschichte

 

Antike

Bordeaux weist eine über 2000 Jahre alte Geschichte auf. Die Anfänge sind von Kelten, Römer und Franken geprägt. Im 3. Jahrhundert vor Christus wurde Bordeaux als keltische Siedlung gegründet und hieß zu der Zeit noch Burdigala. Auf Grund der günstigen Lage, gewann die Stadt schon früh an Ansehen. Es entstand ein Hauptverkehrsweg, der die Querung der Garonne überaus erleichterte. Nachdem die Römer Gallien erobert haben, gewann Bordeaux weiter an Bedeutung. Während der Zeit zählte das Gebiet zu den Kornkammern des Römischen Reiches und hatte außerdem ein großes Standbein im Metall- und Schmiedebereich.

 

Die Römer führten den Weinbau in der Region ein. Hier wird bis heute noch der berühmte Bordeauxwein angebaut. Die erste Blütezeit des Gebiets reicht vom 1.-4. Jahrhundert. Während der ersten wirtschaftlichen Blüte wurde die Handelsmetropole im 2.Jahrhundert Hauptstadt der Provinz Aquitania.Burdigala galt als reiche, prächtige Stadt mit imposanten Bauwerken. Im 3. Jahrhundert wurde beispielsweise ein Amphitheater erbaut, das rund 15.000 Zuschauer fasste. Während der Zeit bildete sich eine große griechische Gemeinde in der Stadt. Aber auch Iberer, Bretonen, Germanen und Römer fühlten sich in der Stadt wohl.

 

Schon im 4. Jahrhundert zählte der Wein zu den begehrtesten Handelswaren. Er wurde bis nach Trier und auf die iberische Halbinsel exportiert. Als Importware war vor allem Olivenöl wichtig. Im selben Jahrhundert entwickelte sich das Christentum in der Stadt. 410 wurde Rom von den Westgoten geplündert und es folgte ein Zusammenbruch von Westrom. Dieser Zerfall hatte auch Einfluss auf die wirtschaftliche Bedeutung von Bordeaux. 476 fand eine Eingliederung ins Westgotenreich statt.

 

507 wurde Bordeaux von den Franken erobert und 580 wurden weite Teile der Stadt durch ein Erdbeben zerstört. Die kommenden Jahrhunderte werden in Bordeaux auch als "dunkle Jahrhunderte" bezeichnet.

 

Mittelalter

Die Anfänge des Mittelalters waren geprägt von Unruhen und Unsicherheit. Unter Dagobert I. wurde die Stadt zwar wieder zur Hauptstadt von Aquitanien ernannt, jedoch wurde sie während der folgenden islamischen Eroberungszüge weitgehend geplündert und verwüstet. Karl der Große erhob Aquitanien zum Königreich und sicherte damit seine Erbfolge. Einige Zeit später wurde die Stadt Opfer von Raubzügen der Wikinger und Bordeaux verlor den Status eines Königsreichs.

 

Erst seit 1036 erholte sich die Stadt langsam wieder und der Anteil des Wirtschaftssektors stieg. Die zweite Blütezeit der Stadt stand im Zusammenhang mit Eleonore von Aquitanien, die Tochter von Wilhelm X. Eleonore von Aquitanien heiratete in zweiter Ehe Henri Plantagenêt aus dem Hause Anjou. Dieser erbte den englischen Thron und seitdem, bis ins 15. Jahrhundert hinein, gehörte Aquitanien zu England. Viele neue Gebäude und eine neue Stadtmauer entstanden. Außerdem wurde die Stadt Sitz des Erzbischofs.

 

Im Großraum Bordeaux war der Lebensstandard sehr hoch. Während des Hundertjährigen Krieges konnten sich die Engländer in der Stadt behaupten. 1441 wurde die Universität Bordeaux gegründet. 1453 fiel die Stadt an Frankreich zurück. 1494 ermöglichte ein Parlament den Bürgern eine eingeschränkte Selbstverwaltung.

 

Neuzeit

Die dritte Blütezeit vollzog sich im 18. Jahrhundert. Hauptgrund hierfür war der lebhafte Seehandel. Die Stadt wurde umstrukturiert und das Erscheinungsbild veränderte sich stark. Prachtvolle Villen und Gebäude sowie eine neue Allee entstanden. Diese radikale Umgestaltung der Stadt wurde zum Teil als Vorbild für die Neugestaltung von Paris gesehen.

 

Während der Französischen Revolution wurde Bourdeaux Hauptstadt vom Département Gironde. Zur Zeit der napoleonischen Kriege wurden gewaltige Kontingente Richtung Spanien verlegt und passierten Bordeaux. 1811 wurde daher die erste feste Brücke über den Fluss errichtet. Trotz wirtschaftlicher Probleme wuchs die Bevölkerungszahl der Stadt, sodass neue Vorstädte errichtet wurden.

 

1870/71 und während der beiden Weltkriege flüchtete die französische Regierung von Paris nach Bordeaux. Von 1940-1944 besetzten deutsche Truppen die Stadt. Bordeaux erlitt jedoch keine größeren Schäden durch den Krieg. Der Südwesten von Frankreich war Hochburg der Résistance. Maurice Papon versuchte diese Gruppe zu unterdrücken und war außerdem mitverantwortlich am Holocaust. Erst 1997 wurde ihm der Prozess gemacht. Jacques Chaban-Delmas leistete großen Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Er wurde nach dem Krieg und für die nächsten 50 Jahre zum Bürgermeister der Stadt gewählt.

 

Während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts veränderte sich viel in Bordeaux. Der Seehafen wurde stillgelegt und durch einen Terminal an der Gironde ersetzt, damit Containerschiffe abgefertigt werden konnten. In den 60er Jahren entstanden ein neues Messegelände, Hotels und Einkaufzentren, ein neuer Einkaufsring und eine Verwaltungsstadt. Für die Verwaltungsstadt wurde ein ganzes Viertel abgerissen. Die Wirtschaft boomte. In den 90er Jahren wurde die historische Altstadt zur verkehrsberuhigten Zone erklärt und viele alte Gebäude wurden saniert. 2004 wurde die Straßenbahn, die seit den 60er Jahren stillgelegt war, wieder neu eingeweiht.

 

 

 

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